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Und alles schaut zurück

Die kleine Predigtecke:

 

1

 

In dem Buchladen meiner Heimatstadt, in dem ich immer meine Bücher gekauft habe weil dort auch ein Freund gearbeitet hatte und ich die Besitzer mochte, habe ich gerne nach ungewöhnlichen Romanen gesucht. Das ging sogar soweit, dass man im Laden einer Buchbestellung meiner Mutter ansehen konnte, dass auch was für mich dabei war. In diesem Laden ist mir einmal ein Buch über den Weg gelaufen, dass ich zwar nie gelesen habe, aber der Titel hat mich nachhaltig beeindruckt: „Ich habe dich anders gedacht.“

Wir haben dich anders gedacht, das haben sicher meine Eltern des öfteren empfunden als für sie klar wurde, dass man von mir keine Enkel zu erwarten hat, dass ich keine hübsche Frau anschleppen werde und dass man mit meinem Leben eher nicht auf irgendwelchen Festen angeben kann. Ich habe dich anders gedacht, für mich ist das ein krasser Schlag ins Gesicht, eben genau die Perversion dessen, was ich für mich so wichtig finde. Ich will dich nicht anders haben; diesen Satz sollte man viel öfter sagen, denken und zu hören bekommen. Nicht die Illusionen, die ich in dich hineinlege, sollen der Maßstab sein, der darüber entscheidet, wie sehr ich dich mag oder nicht, sondern das pure Du. Erfahrungsgemäß ist das die schwierigere Herangehensweise. Denn so positiv das auch klingen mag, es bedeutet auch einen schärferen Blick für die Abgründe des Anderen zu bekommen. Für all die Verletzungen, die ich nur deshalb ertrage weil ich etwas in dir sehe, das du eigentlich nicht bist. Für all die Fehltritte, die ich nur deshalb verwische, weil ich in dir um jeden Preis etwas besonderes sehen möchte. Den Blick zu bekommen für alles das, für alles Schöne und Verdorbene in dir und an dir, bedeutet auch innerlich zu altern. Das muss man schon zulassen. Der Preis ist hoch, der Preis ist die Nüchternheit, die Vertreibung aus dem Paradies der Unbedarften. Wohin die Reise geht? Keine Ahnung ehrlichgesagt, von diesem Punkt aus, kann sie überall hin führen.

 

Der Kirchturm erläutet

ein Wind weht vorbei

Die Fliegen sich paaren

die Gedanken sind frei.

 

2

 

Auf der Autobahn platzt dir ein Reifen. Das ist überhaupt nicht schön und kann auch unschön enden. Mir ist das noch nicht passiert, aber jemandem, der vor mir gefahren ist. Die Radkappe raste an mir vorbei und ich dachte nur, dass es irgendwie seltsam wirkt wie diese Radkappe den Berg hoch rollt. Mehr sieht man noch auf der Autobahn, z.B. diese seltenen Momente des Autoballettes. Dann scheren vielleicht gerade zwei Autos von der rechten auf die mittlere, klammern einen LKW ein und wechseln weiter auf die linke. Das sind die Momente, in denen Autofahren doch mal Spaß macht. An sich nehme ich lieber die Öffentlichen wenn es passt. Nur eben nicht wenn ich nach Hause fahre. Das ist mir zu umständlich. Manchmal nehme ich eine Freundin mit, die ich damals einfach zu Hause eingepackt habe. Der fällt dann auf, dass ich manchmal hinter Lastwagen herfahre, so mit 90 oder so. Manchmal mag ich das, ganz entspannt hinter einem Laster herfahren. Ihr ist das dann immer zu langsam, es muss schneller gehen, wir müssen eher ankommen...ich mag das nicht. Was soll ich mich abhetzen, die 10 Minuten, die ich dann vielleicht eher angekommen bin, nutzen mir auch nicht viel. Ich versuche dann zu verstehen und zu erklären. Manchmal denke ich, man tut das um sich besser zu fühlen. Jetzt hab ich es allen gezeigt, habs mir selbst gezeigt. Bin schnell und wendig und ne verdammt harte Sau. Viel härter als alle, an denen ich mal eben so vorbeigezogen bin. Außerdem sind meine Belange viel wichtiger.

Da mach ich nicht mit, da such ich mir lieber einen schönen LKW, dreh die Musik ein wenig lauter, sing kräftig mit und komm auch so gut gelaunt an.

 

Ich hab keine Angst

Aber ich habe Angst

Und weiß davon

Die Angst bei den Hörnern packen

Ihr erklären, wo ihr Platz ist

Dass sie mitspielen darf

Aber nur eine Nebenrolle

 

3

 

Die Plattensammlung meiner Eltern war noch nie eine gute Inspiration. Der Großteil besteht aus Kinderlieder-CD’s für die Neffen oder irgendwelchen Chören oder christlichen Goldkehlchen. Da ist es auch nicht verwunderlich, oder eben vielleicht doch, dass eine meiner ersten CD’s eine ganz eklige 90er Formation war, die, in billige Klänge verpackt, zu schweigendem Geschlechtsverkehr auffordert. Ich konnte halt damals noch kein Englisch (und bin bis heute nicht warm mit dieser Sprach geworden, poetisches oder literarische Englisch klingt aber wenigstens manchmal schön) und wusste nicht, was da mein LEGO-Spiel begleitet hat. Gut, Jungendsünde, aber irgendwie scheine ich aus meinen Fehlern nicht zu lernen. Ich höre noch immer gerne Musik von Künstlern, deren Sprache ich manchmal kaum oder überhaupt nicht verstehe. Dann muss ich immer an die Familie im Urlaub denken die ein Lied aus dem Radio mitgrölt. Am Ende singen sie der Polizeikontrolle ein gut gelauntes „Fuck me in the ass, yeah!“ entgegen.

 

zugegeben

kein nichts gleicht

dem ganz anderen

der flüchtige eindruck

unfassbarer kunst

als ausdruck meines wunsches nach

wiederholung

 

(altes Material, aber auf meinen Blog darf ja drauf was ich will) 

5.1.08 14:13
 


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