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Ich denke, also bin ich nicht...

Einen Blog zu erstellen gestaltet sich schwieriger, als ich gedacht habe. Das ist halt die Konfusion, die völlige Freiheit scheinbar mit sich bringt. Da war das auf der anderen Blogseite angenehmer...aber auch eigentlich um einiges langweiliger.
5.1.08 01:01


Die letzten 10 Minuten des Jahres

Womit verbringt man die letzten 10 minuten im jahr
Man zieht sich an
Geht runter
Man feuert raketen in altneue himmel
Die finsternis der bleiernen zukunft lastet fröhlich
Auf einsamer seele. Einsam, geheilt und zufrieden
Manche Momente lassen sich nur auf sich selbst konzentriert erfahren
Einmal brachlegen bitte, reinigen und wieder voll machen
Aber wirklich silvester ist erst, wenn die kirchen beständig
Die mitternacht verwirbeln

Wär das nicht lustig,
ich ständ am fenster und geriete in brand
weil eine rakete mir gesellschaft leisten wollte.
Bestimmt würde jemand drüber lachen

Bald geht’s los
Übe dich in geduld, genieße die verzögerung deiner eigenen ungeduld
Und lass dein herz ganz weit offen
Für die welt, ihre freuden und sorgen
Für deine freunde, ihre sorgen und freuden
Für deine familie, für ihre freuden und sorgen
Für deine bekannten, für sorgen und freuden

Alles Liebe fürs neue Jahr 2008, vielleicht mit Anker oder doch mit einer Ente

5.1.08 02:02


Und alles schaut zurück

Die kleine Predigtecke:

 

1

 

In dem Buchladen meiner Heimatstadt, in dem ich immer meine Bücher gekauft habe weil dort auch ein Freund gearbeitet hatte und ich die Besitzer mochte, habe ich gerne nach ungewöhnlichen Romanen gesucht. Das ging sogar soweit, dass man im Laden einer Buchbestellung meiner Mutter ansehen konnte, dass auch was für mich dabei war. In diesem Laden ist mir einmal ein Buch über den Weg gelaufen, dass ich zwar nie gelesen habe, aber der Titel hat mich nachhaltig beeindruckt: „Ich habe dich anders gedacht.“

Wir haben dich anders gedacht, das haben sicher meine Eltern des öfteren empfunden als für sie klar wurde, dass man von mir keine Enkel zu erwarten hat, dass ich keine hübsche Frau anschleppen werde und dass man mit meinem Leben eher nicht auf irgendwelchen Festen angeben kann. Ich habe dich anders gedacht, für mich ist das ein krasser Schlag ins Gesicht, eben genau die Perversion dessen, was ich für mich so wichtig finde. Ich will dich nicht anders haben; diesen Satz sollte man viel öfter sagen, denken und zu hören bekommen. Nicht die Illusionen, die ich in dich hineinlege, sollen der Maßstab sein, der darüber entscheidet, wie sehr ich dich mag oder nicht, sondern das pure Du. Erfahrungsgemäß ist das die schwierigere Herangehensweise. Denn so positiv das auch klingen mag, es bedeutet auch einen schärferen Blick für die Abgründe des Anderen zu bekommen. Für all die Verletzungen, die ich nur deshalb ertrage weil ich etwas in dir sehe, das du eigentlich nicht bist. Für all die Fehltritte, die ich nur deshalb verwische, weil ich in dir um jeden Preis etwas besonderes sehen möchte. Den Blick zu bekommen für alles das, für alles Schöne und Verdorbene in dir und an dir, bedeutet auch innerlich zu altern. Das muss man schon zulassen. Der Preis ist hoch, der Preis ist die Nüchternheit, die Vertreibung aus dem Paradies der Unbedarften. Wohin die Reise geht? Keine Ahnung ehrlichgesagt, von diesem Punkt aus, kann sie überall hin führen.

 

Der Kirchturm erläutet

ein Wind weht vorbei

Die Fliegen sich paaren

die Gedanken sind frei.

 

2

 

Auf der Autobahn platzt dir ein Reifen. Das ist überhaupt nicht schön und kann auch unschön enden. Mir ist das noch nicht passiert, aber jemandem, der vor mir gefahren ist. Die Radkappe raste an mir vorbei und ich dachte nur, dass es irgendwie seltsam wirkt wie diese Radkappe den Berg hoch rollt. Mehr sieht man noch auf der Autobahn, z.B. diese seltenen Momente des Autoballettes. Dann scheren vielleicht gerade zwei Autos von der rechten auf die mittlere, klammern einen LKW ein und wechseln weiter auf die linke. Das sind die Momente, in denen Autofahren doch mal Spaß macht. An sich nehme ich lieber die Öffentlichen wenn es passt. Nur eben nicht wenn ich nach Hause fahre. Das ist mir zu umständlich. Manchmal nehme ich eine Freundin mit, die ich damals einfach zu Hause eingepackt habe. Der fällt dann auf, dass ich manchmal hinter Lastwagen herfahre, so mit 90 oder so. Manchmal mag ich das, ganz entspannt hinter einem Laster herfahren. Ihr ist das dann immer zu langsam, es muss schneller gehen, wir müssen eher ankommen...ich mag das nicht. Was soll ich mich abhetzen, die 10 Minuten, die ich dann vielleicht eher angekommen bin, nutzen mir auch nicht viel. Ich versuche dann zu verstehen und zu erklären. Manchmal denke ich, man tut das um sich besser zu fühlen. Jetzt hab ich es allen gezeigt, habs mir selbst gezeigt. Bin schnell und wendig und ne verdammt harte Sau. Viel härter als alle, an denen ich mal eben so vorbeigezogen bin. Außerdem sind meine Belange viel wichtiger.

Da mach ich nicht mit, da such ich mir lieber einen schönen LKW, dreh die Musik ein wenig lauter, sing kräftig mit und komm auch so gut gelaunt an.

 

Ich hab keine Angst

Aber ich habe Angst

Und weiß davon

Die Angst bei den Hörnern packen

Ihr erklären, wo ihr Platz ist

Dass sie mitspielen darf

Aber nur eine Nebenrolle

 

3

 

Die Plattensammlung meiner Eltern war noch nie eine gute Inspiration. Der Großteil besteht aus Kinderlieder-CD’s für die Neffen oder irgendwelchen Chören oder christlichen Goldkehlchen. Da ist es auch nicht verwunderlich, oder eben vielleicht doch, dass eine meiner ersten CD’s eine ganz eklige 90er Formation war, die, in billige Klänge verpackt, zu schweigendem Geschlechtsverkehr auffordert. Ich konnte halt damals noch kein Englisch (und bin bis heute nicht warm mit dieser Sprach geworden, poetisches oder literarische Englisch klingt aber wenigstens manchmal schön) und wusste nicht, was da mein LEGO-Spiel begleitet hat. Gut, Jungendsünde, aber irgendwie scheine ich aus meinen Fehlern nicht zu lernen. Ich höre noch immer gerne Musik von Künstlern, deren Sprache ich manchmal kaum oder überhaupt nicht verstehe. Dann muss ich immer an die Familie im Urlaub denken die ein Lied aus dem Radio mitgrölt. Am Ende singen sie der Polizeikontrolle ein gut gelauntes „Fuck me in the ass, yeah!“ entgegen.

 

zugegeben

kein nichts gleicht

dem ganz anderen

der flüchtige eindruck

unfassbarer kunst

als ausdruck meines wunsches nach

wiederholung

 

(altes Material, aber auf meinen Blog darf ja drauf was ich will) 

5.1.08 14:13


Hannelore Eichenbaum

Hannelore Eichenbaum

 

                      M

 Hannelore    U

                    A

          EichenB

 

War ihr Ende
6.1.08 00:17


Neulich

Wer will schon zu zweit sein

 

ich schalte ein den rechner

mein handy und das fon

ich warte an der türe

die klingel tönt im ton

der gesellschaft

 

ich will mich nie beklagen

hab immer wen dabei

im fon, im handy, im rechner

auch kommt mal wer vorbei

zu mir

 

vorbei ist jeder tag

wenn ich ihn nicht mehr leiden mag

wenn ich den knopf und mich

verdrücke

genervt allein auch glücklich

so unverbindlich schicklich

heutzutage

6.1.08 00:19


War halt mal so

Der glänzende Gastgeber

 

Was glitzert denn so verschmäht

Auf siffigen Stangen

Frag mamah und klatsche

Wenn der

Glänzende gastgeber

Kommt und dir

Tomate mit schafskäse vorlegt

 

Was ist schwarz und träumt

rückblickend von Folienkartoffeln

Frag papah und applaudiere

Wenn der

Glänzende Gastgeber

Kommt und dir

Eis mit Gesten anpreist

 

Was ist körnig und will

Widerstreben der Bestimmung

Frag tobi und jubel

Wenn der

Glänzende Gastgeber

Kommt und dir

Ein Missfallen unmöglich macht

 

Weil der is nett

6.1.08 00:21


Mondschein lächelt auf Dichters Wiese schrieb am 12.05.03 - 19:17:

Sie
-die Erfüllung mieser Lasterhaftigkeit-

So und klein und
Voller Vakuum
Träumt sie von der
Erfüllung
-in jeder Hinsicht-

Sie schaut nach oben
Zu dem Himmel
Der Erfüllungen
Doch Alkohol macht nicht schön
-in keiner Hinsicht-

Doch gibt der Alkohol
Dem armen Geschöpf
Manchmal ein stück
Vom großen glück
... wie mies...

6.1.08 00:23


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